Das FI-Magazin sprach dazu mit Markus Brandner, Bereichsleiter Spezialvertrieb und Immobilien in der Sparkasse Neu-Ulm – Illertissen. Das Institut nahm bereits an verschiedenen Praxisverprobungen im Kontext von r u d i teil. 

FI-Magazin: Wie wird das Cockpit Immobilie Ihre tägliche Arbeit ändern?

Markus Brandner:  Die Freischaltung erfolgt im August. Dann steht das Cockpit Immobilie allen Nutzerinnen und Nutzern der App Sparkasse zur Verfügung – spätestens zu diesem Zeitpunkt sind wir komplett „live“. Vorab haben unsere Baufinanzierungsspezialisten das Cockpit getestet und danach hatten wir eine Family-and-Friends-Phase zur Verprobung.

Neu ist, dass unsere Kundinnen und Kunden erstmals Informationen über das Cockpit Immobilie erfassen können, die wir als Sparkasse noch gar nicht kennen. Dadurch erhöht sich die Datenqualität in den Instituten. Selbst Immobilien, die nicht über unser Haus finanziert wurden, können im Cockpit Immobilie dargestellt werden.

FI-Magazin: Welche Funktionen des Cockpit Immobilie finden Sie besonders hilfreich?

Markus Brandner: Insgesamt bieten alle Funktionen einen großen Mehrwert sowohl für unsere Kundschaft als auch für die Sparkassen. Besonders hilfreich ist die Immobiliensuche durch die Vernetzung mit der Marktpreisindikation. Dadurch erhalten Kunden einen ganzheitlichen Blick auf Basis eines aktuellen marktbezogenen Richtwerts. Und auch der Objektunterlagen-Shop ist eine wertvolle Anwendung. Hier können Kunden zum Beispiel einen Grundbuchauszug bestellen. Ein weiteres hilfreiches Tool ist der Modernisierungsrechner. Mit diesem überprüfen die Kundinnen und Kunden, wie sie den Energiestandard ihrer Immobilie verbessern können. Die Suche nach passenden Handwerkern erfolgt dann im Anschluss ganz bequem über ein Portal. Nicht zu vergessen: Die Verzweigung in die Online-Baufinanzierung ist kinderleicht und der Kunde kann sich bis zur Konditionsreservierung durchklicken.

FI-Magazin: Wie einfach ist die Einführung des Cockpit Immobilie in Ihrer Sparkasse?

Markus Brandner: Der Adminaufwand ist sehr gering. Wichtiger ist es, die Mitarbeitenden abzuholen und von der Anwendung zu begeistern. Das ergibt sich bei Kolleginnen und Kollegen, die eine Immobilie finanzieren und die Mehrwerte des Cockpits schon jetzt erleben, fast von selbst – einmal das eigene Cockpit Immobilie befüllt und schon sind sie begeistert. Auch der Blick auf die eigenen Finanzierungen ist ein großer Vorteil. Man kann den Tilgungsverlauf, beispielsweise bei geplanten Sondertilgungen, ganz einfach selbst simulieren und sieht, was man im laufenden Jahr noch sondertilgen kann, wie lange der Zins noch festgeschrieben ist und vieles mehr.


Markus Brandner
Bereichsleiter Spezialvertrieb und Immobilien
Sparkasse Neu-Ulm - Illertissen


FI-Magazin: Welche Herausforderungen gibt es bei der Einführung des Cockpit Immobilie?

Markus Brandner: Es müssen vorher zwingend die Prozesse „mediale Anbahnung“, „Baufi_neo“, „digitale Selbstauskunft“, „Dokumenten-Upload“ und „Baufi-Verwaltung“ administriert und vor allem auch von den Spezialisten gelebt werden. Bei uns war es zudem herausfordernd, dass die Kollegen für die OSPlus-Administration und die der Internet-Filiale in zwei verschiedenen Abteilungen angesiedelt sind, da braucht es zusätzlich noch eine gute Kommunikation.

FI-Magazin: Was würden Sie anderen Sparkassen empfehlen?

Markus Brandner: Auf jeden Fall sollten vorab die Beraterinnen und Berater mit ins „Boot geholt“ werden und zwar alle Beratergruppen, also Kundenservice medial und stationär, Individualkundenberater, Geschäfts- und Firmenkundenberater, Private Banker, Vermögensberater, Makler und auch Versicherungs- und Baufispezialisten. Dadurch sind alle auf demselben Informations- und Kenntnisstand.

Checkliste für die erfolgreiche Einführung des Cockpits Immobilie

Der ambitionierte Einsatz des Cockpit Immobilie bei fast allen Sparkassen 2025 stellt die Beteiligten vor Herausforderungen: Wie kann der Einführungsprozess unter Berücksichtigung individueller Belange umgesetzt werden und die Sparkassen zum Erfolg führen? Das klappt mit:

  • einem guten bankfachlichen Fundament durch das r u d i-Projekt
  • einer ausgereiften und praxisverprobten Anwendung mit wenig Administrationserfordernissen
  • einer zielgerichteten Unterstützung der Sparkassen durch den Einsatz moderner Qualifizierungsmaßnahmen wie z. B. Webcasts und Videos und natürlich die Schulungsangebote der Sparkassenakademien.

Durch die Teilnahme an der projektorientierten Einführungsunterstützung der FI stellen die Sparkassen eine erfolgreiche Einführung sicher.

Wichtig: Auch Sparkassen, die noch nicht alle erforderlichen Komponenten im Einsatz haben, können durch individuelle Maßnahmen beim nachträglichen Einsatz unterstützt werden – Mail an baufi[at]f-i.de genügt.